Wasservergiftung — zu viel getrunken
Entwurf · ungeprüftDer Fehler, den ausgerechnet die machen, die es richtig machen wollen. Er entsteht aus dem gut gemeinten Rat, viel zu trinken — und seine Anzeichen sehen aus wie die Substanz selbst.
Die Anzeichen — Kopfschmerz, Übelkeit, Verwirrtheit — passen auf ein Dutzend anderer Ursachen. Wer sie ohne diesen Hinweis schildert, bekommt womöglich eine Infusion, die den Zustand verschlechtert. Der Satz „sie hat sehr viel Wasser getrunken“ ändert die Behandlung.
Was dabei passiert
MDMA lässt den Körper ein Hormon ausschütten, das die Wasserausscheidung über die Niere bremst. Wer in dieser Lage große Mengen trinkt, behält das Wasser. Es verteilt sich im Körper und verdünnt dabei das Natrium im Blut. Natrium hält das Wasser dort, wo es hingehört; sinkt seine Konzentration, wandert Wasser in die Zellen. Im Gehirn, das in einem geschlossenen Schädel liegt, führt diese Schwellung zu Kopfschmerz, Verwirrtheit, Krampfanfällen und im schlimmsten Fall zum Tod.
Zwei Umstände machen es besonders tückisch. Erstens sind die frühen Zeichen von der Substanzwirkung kaum zu unterscheiden — Kopfschmerz und Benommenheit werden als Teil des Abends gelesen. Zweitens ist der Auslöser eine Vorsichtsmaßnahme: „viel trinken“ ist der Rat, den alle kennen, und er stammt aus dem Zusammenhang der Überhitzung, wo er richtig ist. Frauen sind statistisch häufiger betroffen, was am kleineren Verteilungsvolumen liegt.
Wie viel sinnvoll ist
Grobe Anhaltspunkte, keine Vorschrift — der Bedarf hängt davon ab, wie viel jemand schwitzt:
Etwa ein halber Liter pro Stunde, in Schlucken über die Zeit verteilt. Nicht ein Liter auf einmal, weil man daran gedacht hat.
Deutlich weniger, etwa ein Viertelliter pro Stunde. Wer sitzt, verliert kaum Flüssigkeit.
Elektrolytgetränke, Saftschorlen oder etwas Salziges zu essen ersetzen mit, was über den Schweiß verloren geht. Reines Wasser verdünnt, ohne zu ersetzen.
Wer gar nicht mehr auf die Toilette muss, obwohl er viel getrunken hat, behält das Wasser. Das ist ein brauchbares Warnzeichen, weil man es an sich selbst bemerken kann.
Wann es keine Frage mehr ist
Verwirrtheit, zunehmende Benommenheit, wiederholtes Erbrechen oder ein Krampfanfall nach reichlichem Trinken sind ein Notfall. Bis der Rettungsdienst da ist: nichts mehr zu trinken geben, nicht flach auf den Rücken legen, bei Bewusstlosigkeit in die stabile Seitenlage.
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Der Gegenfehler steht nebenan — beide entstehen aus demselben Abend und werden verwechselt.
Belege
Keine Werbung, keine Konten, keine Messung — und deshalb keine anderen Einnahmen.