Nachweisbarkeit
Was ein Drogentest misst, was seine Zahlen wert sind und wie lange einzelne Substanzen nachweisbar bleiben.
Die Streuung zwischen Menschen ist größer als jede Spanne, die irgendwo angegeben wird — auch größer als die hier. Diese Seiten erklären, was gemessen wird und warum die Zahlen so weit auseinandergehen. Sie sind keine Anleitung, an einem Test vorbeizukommen: das funktioniert nicht verlässlich, Verdünnen wird erkannt, und wer darauf setzt, trifft die schlechtere Entscheidung.
Sechs Dinge, die für alle gelten
Gemessen wird in aller Regel ein Abbauprodukt. Das ist der Grund, warum ein positives Ergebnis nichts darüber sagt, ob jemand gerade beeinträchtigt ist — und warum bei manchen Substanzen das Abbauprodukt länger bleibt als der Wirkstoff.
Der Schnelltest ist ein Immunoassay: er erkennt Stoffgruppen anhand ihrer Form und liegt regelmäßig falsch. Ein Befund gilt erst, wenn ein Labor ihn mit einem massenspektrometrischen Verfahren bestätigt hat. Wer ein positives Screening als Ergebnis behandelt, überspringt den Teil, der zählt.
Dieselbe Probe ist bei einem Grenzwert von 20 ng/ml positiv und bei 50 negativ. Jede Angabe zur Nachweisdauer setzt einen Grenzwert voraus, und der steht selten dabei. Das ist der Hauptgrund, warum die Zahlen im Netz so weit auseinandergehen.
Übliche Fünf- bis Zehn-Felder-Tests decken eine kleine Auswahl ab. Psilocin, Ketamin, LSD, die meisten neuen psychoaktiven Stoffe und viele neuere Benzodiazepine sind nicht dabei. Ein negatives Ergebnis heißt dann nur, dass nicht danach gesucht wurde — im Notfall ist das ein Unterschied, der über die Behandlung entscheidet.
Etwa ein Zentimeter entspricht einem Monat. Äußere Verunreinigung, Haarfarbe und Haarpflege beeinflussen das Ergebnis nachweislich, und ein einzelnes Ereignis geht in einem Monatsabschnitt unter.
Labore messen Kreatinin und spezifisches Gewicht mit. Eine verdünnte Probe wird als solche erkannt und in der Regel wie ein Verweigern behandelt. Dasselbe gilt für die Mittel, die dagegen verkauft werden.
Einzelne Substanzen
Die Substanz mit der mit Abstand größten Streuung: zwischen einmaligem und täglichem Konsum liegen im Urin nicht Tage, sondern Wochen.
Vergleichsweise kurz und vergleichsweise berechenbar — und in fast jedem Standardtest enthalten, weil es als Amphetamin mitläuft.
Zwischen den Wirkstoffen liegen Wochen — und ein erheblicher Teil dessen, was heute verkauft wird, taucht im Standardtest überhaupt nicht auf.
Kurz — und in Standardtests gar nicht enthalten. Wer danach sucht, muss ausdrücklich danach suchen lassen.
Sehr kurz — und in keinem üblichen Test enthalten. Das ist der ganze Inhalt dieser Seite, und er wird selten so klar gesagt.
Der Alkohol selbst ist nach Stunden weg. Sein Abbauprodukt EtG nicht — und das ist der Unterschied, der die meisten überrascht.
Nur Substanzen, zu denen es etwas Eigenes zu sagen gibt. Koffein etwa wird in keinem Zusammenhang getestet, in dem die Frage sich stellt — eine Seite dazu hätte nichts zu bieten außer den sechs Punkten oben.
Keine Werbung, keine Konten, keine Messung — und deshalb keine anderen Einnahmen.