Überhitzung — wenn die Temperatur nicht mehr heruntergeht
Entwurf · ungeprüftNicht die Menge allein entscheidet, sondern Menge mal Umgebung mal Bewegung. Deshalb passiert es fast immer dort, wo es warm ist und getanzt wird — und fast nie zu Hause.
Es wird oft als Erleichterung gelesen — der Körper hat sich beruhigt. Das Gegenteil ist der Fall: versiegender Schweiß bei heißer Haut heißt, dass die Kühlung zusammengebrochen ist. Kommt Verwirrtheit dazu, ist das ein Notfall und kein Grund, sich kurz hinzusetzen.
Warum die eigene Wahrnehmung hier nicht hilft
Stimulanzien und Entaktogene verschieben die Temperaturregulation gleich mehrfach. Sie erhöhen die Wärmeproduktion, verengen die Gefäße in der Haut und damit die Wärmeabgabe — und sie dämpfen zugleich das Gefühl für Erschöpfung. Das Ergebnis ist ein Körper, der mehr Wärme erzeugt, weniger abgibt und keine Rückmeldung mehr gibt, dass es zu viel wird.
Dazu kommt die Umgebung. Ein warmer, voller Raum ohne Luftzug nimmt keine Wärme mehr auf; Tanzen erzeugt sie in Mengen. Deshalb ist die Frage nach der Menge hier die zweitwichtigste. Dieselbe Menge, die im Sommer in einem überfüllten Keller lebensgefährlich wird, bleibt im kühlen Zimmer folgenlos — und genau das macht die Erfahrung „das hab ich schon oft so genommen“ zu einem schlechten Ratgeber.
Richtig kühlen
In dieser Reihenfolge, und zwar sofort — nicht erst, wenn es eindeutig ist:
Weg vom Tanzen, raus aus dem warmen Raum, hinsetzen. Bewegung ist die Wärmequelle.
Kleidung öffnen, Luft zufächeln. Bewegte Luft kühlt um ein Vielfaches besser als stehende.
Haut nass machen — lauwarmes Wasser, dann fächeln. Verdunstung kühlt, nicht die Kälte des Wassers.
Kalte Umschläge in Nacken, Achseln und Leisten, wo große Gefäße dicht unter der Haut liegen.
In kleinen Schlucken trinken, nicht in Mengen. Warum das wichtig ist, steht bei der Wasservergiftung.
Notruf bei Verwirrtheit, Krampfanfall, Bewusstlosigkeit oder wenn sich in zwanzig Minuten nichts bessert.
Zwei verbreitete Irrtümer
Verdunstung kühlt — nass machen und fächeln.
Pausen im Kühlen wirken vorbeugend, nicht erst im Notfall.
Wer sich um jemanden kümmert, prüft die Verwirrtheit, nicht die Temperatur der Stirn.
Kühlung ist auch dann richtig, wenn parallel der Notruf läuft.
Eiswasser oder Eisbad — verengt die Hautgefäße und hält die Wärme im Körper.
„Viel trinken hilft immer.“ Gegen Überhitzung hilft Kühlen; zu viel Wasser schafft ein zweites Problem.
Alkohol zum Runterkommen — er erhöht die Wärmeabgabe kurzfristig und die Belastung insgesamt.
Warten, bis die Person selbst sagt, dass es zu viel ist. Genau diese Rückmeldung fällt hier aus.
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Der Gegenfehler — zu viel Wasser — hat eine eigene Seite, weil er von denselben Leuten gemacht wird, die es richtig machen wollen.
Belege
Keine Werbung, keine Konten, keine Messung — und deshalb keine anderen Einnahmen.